Abfallwirtschaft

Gibt es Alternativen zu den Müllteppichen in unseren Weltmeeren?


Dass es nicht der richtige Weg ist, einzig und allein die riesigen Mengen an Unrat zu beseitigen und damit Deponien zum Überlaufen zu bringen hat man zum heutigen Zeitpunkt erkannt. Der steigende Bedarf an Rohstoffen und Energie auf der Erde unterstreichen zusätzlich den dringenden Handlungsbedarf. Ist vielleicht die Kreislaufwirtschaft eine perfekte Alternative im Bereich Umwelt? Auf Ebene der Europäischen Union wurde 2008 bereits die Abfallrahmenrichtlinie erlassen, welche die Abfallbewirtschaftung in fünf Stufen vorsieht. Nach der Umsetzung in Deutschland gestaltet sich die Abfallwirtschaft seither entlang einer im Kreislaufwirtschaftsgesetz verankerten Abfallhierarchie (§6 KrWG) die wie folgt aussieht:

Fünf Stufen der Abfallbewirtschaftung - Kreislaufwirtschaft

Das zentrale Ziel dieser Rangfolge ist der „Schutz von Mensch und Umwelt“.

Das Bundesministerium für Umwelt hat sich bis 2020 zum Ziel gesetzt, insbesondere Siedlungsabfälle weitgehend zu verwerten und 65% zu recyceln. Der Rest kommt dann der energetischen Verwertung zu. Deponierung, die einen extrem umweltschädlichen Einfluss hat, ist somit nicht mehr nötig.

Gibt es bereits Konzepte, die beschreiben wie diese Ziele für unsere Umwelt sofort zu erreichen sind? Ein bestimmter Ansatz, der sich mit der Kreislaufwirtschaft befasst, hat uns besonders gut gefallen und bietet eine echte Alternative. Dabei geht es um das:

 

Cradle-to-Cradle-Konzept (C2C)


„Von der Wiege zur Wiege“ – diese Denkweise wird von C2C verfolgt. Die Natur macht es uns schlichtweg vor, erst keinen Müll existieren zu lassen. Hier existiert kein nutzloser Abfall in unserer Umwelt, sondern alles findet seinen Weg zurück in einen ewigen Kreislauf.

C2C kopiert ganz einfach diese Herangehensweise auf Produkte! Diese sind so zu gestalten und zu entwickelt, dass nicht nur der Hauptzweck des Produktes erfüllt ist, sondern während des Herstellungsprozesses bereits an die Möglichkeiten der Weiterverwendung der verarbeiteten Rohstoffe gedacht wird. Die Produkte sollen sich also nach ihrer Nutzungsdauer in ihre Bestandteile zerlegt lassen, um sie dem jeweiligen Kreislauf, aus dem sie entnommen worden sind, wieder zu zuführen. Hierdurch sollen die Belastungen für die Umwelt vermieden werden.

Das C2C-Konzept sieht die folgenden zwei Kreisläufe vor:

biologischer Kreislauf - Kreislaufwirtschaft

Einen biologischen Kreislauf

Ressourcen, die aus dem biologischen Kreislauf entnommen wurden, wie beispielsweise organische Stoffe, werden nach deren Abnutzung wieder dem Kreislauf zugeführt. Das geschieht beispielsweise durch Kompostieren. Sowohl Textilien als auch kosmetische Produkte lassen sich kompostierbar herstellen. Hier werden sogenannte Verbrauchsgüter zirkuliert. Beispielsweise könnte man Shampoo, diverse Reinigungsmittel und Pflegeprodukte aus biologischen Nährstoffen herstellen und umweltfreundlich oder sogar wiederverwendbar verpacken.

technischer Kreislauf - Kreislaufwirtschaft

Einen technischen Kreislauf

Dieser Kreislauf beinhaltet die Gebrauchsgüter. Sie werden nach deren Nutzung durch mechanische und chemische Prozesse behandelt, sodass man die enthaltenen „technischen Nährstoffe“ erneut verwenden kann. Hierzu zählen beispielsweise Autos, Küchengeräte und Fernseher. Benötigt man nun ein neues Gerät ist es möglich das alte Produkt zu recyceln und in seine ursprünglichen Bestandteile zu zerlegen, um diese erneut verwenden zu können. Denn die Menschen auf der Erde sind nicht an den kostenlosen Schadstoffen eines Fernsehers interessiert, sondern einzig und allein am TV-Programm.

Kannst Du Dich mit der Alternative für unsere Umwelt  identifizieren?  Wie trägst Du bereits dazu bei unsere Erde zu retten? Ist die Kreislaufwirtschaft auch Deine Alternative?