Bedingungsloses Grundeinkommen

„Geld für alle“ – Eine sinnvolle Alternative?


Nach der Idee des bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) erhalten die Mitglieder einer politischen Gemeinschaft einen festgelegten finanziellen Betrag, ohne Pflicht zur Rückzahlung und ohne direkte Gegenleistung. Dies bedeutet jedoch, dass Sozialleistungen, wie Arbeitslosengeld, Kindergeld, o.Ä. wegfallen.

 

Das Ziel des Grundeinkommens ist es, 

  • alle Menschen an der Gesellschaft teilhaben zu lassen, 
  • ohne, dass sie dazu gezwungen sind, sich Arbeit zu suchen oder  
  • andere Gegenleistungen erbringen müssen. 

 

Bereits in den 90er-Jahren beschäftigte man sich mit Theorien und Modellen zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.

Einige bekannte Beispiele sind: 

Sie streben nicht zuletzt die Umformung und Vereinfachung des Steuersystems an. 

 

Wie kann ein bedingungsloses Grundeinkommen umgesetzt werden?


Im Rahmen alternativer Wirtschaftssysteme stellen wir Dir das bereits erwähnte Transfergrenzenmodell (TGM) näher vor. 

Es ist ein mathematisches Berechnungsverfahren auf der Basis der Einkommen aller Bürger ab 18 Jahren. Die Idee besteht darin, dass die Finanzierung des Grundeinkommens durch die Bürger erfolgt. Wichtig dabei ist, darauf zu achten, dass der Einzelne weder unter- noch überfordert wird. 

Das Ziel des Modells ist es, dass alle Bürger ein BGE erhalten. Die dadurch entstehenden Gesamtkosten finanzieren alle Bürger, die über ein Einkommen verfügen, mit.

Die Vorgehensweise beim TGM läuft folgendermaßen ab: Alle Bürger bekommen zunächst ein festes Einkommen in identischer Höhe. Parallel dazu, wird von allen Bruttoeinkommen der Bürger ein prozentualer Steuersatz abgezogen.  Die steuerliche Abgabe verrechnet sich mit dem erhaltenen Einkommen. Im Fall, dass die Abgabe höher ist, als das erhaltene Grundeinkommen, gilt der bezahlte Betrag als Steuerzahlung. Ist dies nicht der Fall, wird er als staatlicher Zuschuss zum Einkommen ausgezahlt.  

 

Diagramm Darstellung Transfergrenzenmodell Grundeinkommen

Die dargestellte Abbildung verdeutlicht die Funktionsweise des TGM. Charakteristisch für dieses ist, dass ab der Transfergrenze die Einkommen geringer besteuert werden. Die zahlende Person wird dann zum Nettozahler. Ihre Zahlungen werden dazu genutzt, dem Empfänger Leistungen zu gewähren.  Der Leistungsempfänger ist derjenige, der Zahlungen bis zur Transfergrenze leistet. Hierbei handelt es sich um die sogenannte negative Einkommensteuer. Das bedeutet, dass über der Transfergrenze das Nettogehalt höher ist, als bei der negativen Einkommensteuer, die nur mit einem einzigen Steuersatz arbeitet.

Dies zeigt, dass auf Basis einer solidarischen Gesellschaft, ein bedingungsloses Grundeinkommen Realität werden kann.

 

Ist bedingungsloses Grundeinkommen bereits Realität?


Als erstes europäisches Land hat Finnland im Juni 2015 im Koalitionsvertrag der finnischen Regierungsparteien festgelegt, in den Jahren 2017 bis 2018, ein Grundeinkommen zu testen.  

An diesem Sozial-Experiment, das Anfang 2017 gestartet ist, nehmen 2000 Menschen teil, die über einen Testzeitraum von zwei Jahren monatlich 560 Euro erhalten, ohne nachweisen zu müssen, dass sie aktiv auf Arbeitssuche sind oder das Geld überhaupt benötigen. 

Du möchtest mehr zu dem Projekt der Finnen wissen? Unser Blogbeitrag  Grundeinkommen - Ergebnisse beim Schwedentest! hält erste Ergebnisse für Dich bereit.

 

Was denkst Du? Könnte das Bedingungslose Grundeinkommen auch eine Alternative für Dich sein?