Bildungskosten

Gute Bildung ist ein Studium für jeden Menschen gleich erschwinglich? 


Während in Deutschland die Schule kostenfrei ist, fielen für ein Studium jedoch lange Zeit Studiengebühren an. Erst zum Wintersemester 2014/2015 schaffte Niedersachsen als letztes Bundesland in Deutschland, die Studiengebühren ab. Bildung war lange Zeit vielmehr ein privilegiertes Gut in unserer Gesellschaft, obwohl die Deutschen eine gute Ausbildung zu den fundamentalsten Bausteinen in ein unabhängiges Leben zählen.

Ist Bildung heute tatsächlich für den Menschen gleich gut zu erreichen? 

Deutschland investierte bereits hohe Summen in die Bildung seines Volkes.  Der kontinuierliche Anstieg des Haushaltsetats des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zeigt, dass dies auch in Zukunft so bleiben soll. Im Jahr 2017 standen 17,6 Milliarden Euro für diesen Bereich zur Verfügung -so viel wie noch nie zuvor. Ein Großteil des Haushaltsbudgets ist entsprechend durch Steuerzahlungen finanziert. Dabei profitieren auch Studenten von den Steuergeldern. Für 2017 war geplant 2,5 Milliarden Euro in die Finanzierung weiterer Studienplätze zu investieren. Des Weiteren werden das Deutschlandstipendium sowie diverse Stiftungen zur Förderung von Hochbegabten vom Bund mitfinanziert. Außerdem ist das BAföG zum größten Teil aus Steuerzahlungen finanziert. In Deutschland liegt der BAföG-Höchstsatz aktuell bei 735 Euro. Eine Rückzahlung des zinslosen Maximalbetrages von 10.000 Euro erfolgt nach Beendigung der Bildungsmaßnahme. Die Rückzahlung kann über 20 Jahre gestreckt erfolgen. Die Mindestrate pro Monat beträgt 105 Euro.

Welche Studiengebühren musst Du in anderen Ländern zahlen?

Beispiel Dänemark  

Die skandinavischen Länder sind auch in diesem Bereich ein absoluter Vorreiter. Genau wie in Deutschland, werden auch hier keine Studiengebühren für die eigenen Bürger erhoben. Der Fokus der Dänen, liegt einmal mehr auf der Chancengleichheit im Puncto Bildung. Demzufolge erhält jeder Student unabhängig vom Einkommen seiner Eltern, eine Grundsicherung vom dänischen Staat. Diese Grundsicherung nennen die Dänen „Statens Uddannelsesstoette“. Derzeit beziehen etwa 90 Prozent aller Studenten in Dänemark diese Sicherung. Studenten, die hingegen noch bei Ihren Eltern wohnen, erhalten umgerechnet 330 Euro pro Monat. Entsprechend werden Studenten mit einer eigenen Wohnung mit 610 Euro monatlich unterstützt. Im Vergleich zu Deutschland ist eine Rückzahlung des erhaltenen Betrages nicht notwendig. Damit Studenten das Grundeinkommen erhalten, müssen sie die rechts stehenden Voraussetzungen erfüllen. Die Förderung wird maximal für 70 Monate ausgezahlt. Neben der gerade beschriebenen staatlichen Förderung können Studenten außerdem bis zu 310 Euro pro Monat als ein staatliches Darlehen aufnehmen. 

Die Voraussetzungen für die staatliche Förderung z.B. durch Finanzierung der Studiengebühren, sind die Volljährigkeit, die Art der Ausbildung muss ein Studium sein, das Studium muss unbezhalt sein und es muss sich um die erste staatlich geförderte Ausbildung handeln.


Beispiel Italien 

Italien, als Ursprungsland des Bolognaprozesses, erhebt noch immer Studiengebühren. Die Gebühren werden individuell für jeden Studenten berechnet. Soziale Kriterien und die Wahl der Fakultät sind entscheidende Indikatoren für diese Berechnung. Die geringste Einkommensschwelle stellen  6.000 Euro im Jahr dar.  Die Spitzengruppe wird bei einem Einkommen von 66.000 Euro erreicht. So zahlt beispielsweise ein Student, dessen Familie sich in der untersten Einkommensgruppe befindet, in Rom 430 Euro pro Jahr. In der eher unbekannten, kleineren Stadt Viterbo im Westen Italiens, werden gerade einmal 170 Euro pro Monat fällig.  Eine Förderung von besonders bedürftigen oder begabten Studenten bietet Italien ebenfalls. Hier sind die Aufnahmeverfahren jedoch wesentlich strenger als in Deutschland. 1.600 Euro Stipendium kann ein Student so pro Jahr erhalten. Vorausgesetzt er studiert in seiner Heimatstadt und wohnt bei seinen Eltern. 4.200 Euro pro Jahr werden an Studenten gezahlt die aufgrund ihres Studiums in eine andere Stadt ziehen mussten.