Bildungssystem

Was versteht man unter einem Bildungssystem und warum brauchen wir es?


Welche Werte, Weltvorstellungen, Verhaltens- und Denkweisen wichtig sind, wird jedem Einzelnen von uns bereits in jungen Jahren durch das Bildungssystem mit auf den Weg gegeben. Dementsprechend werden dort Arbeitsmethoden und -prozesse erlernt, die sich im späteren Berufsalltag wieder finden. Aus diesem Grund kommt der Bildung eine entscheidende Rolle innerhalb jedes Wirtschaftssystems zu. Sie ist die Grundlage für das Funktionieren und Agieren der Menschen innerhalb des Wirtschaftssystems. 

Allgemein beschreibt ein Bildungssystem, das Gefüge aller Einrichtungen in einem Staat Bildung zu erwerben.

Doch wie funktioniert das Bildungssystem in Deutschland?


Das deutsche Bildungssystem besteht aus fünf großen Bildungsbereichen. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Bereiche und ihren Verlauf vom Elementarbereich bis hin zum Tertiärbereich. 

Grafik Bildungsbereiche Deutschland

 

Elementarbereich

Der Elementarbereich mit den Kindergärten und KiTa’s dient der frühkindlichen Erziehung sowie der Hinführung der Kinder an soziales Verhalten.

 

Sekundarbereich I

Mit dem Abschluss der Grundschule wechseln die Kinder in den Sekundarbereich I mit den weiterführenden Schulen, wie z.B. Gymnasien, Real-/Hauptschulen oder Gesamtschulen.

Primärbereich

Im Primärbereich durchlaufen die Kinder zunächst die Klassenstufe 1 bis 4 und erlernen erste Grundkenntnisse in verschiedenen Fächern.

 

Sekundarbereich II

Entscheiden sich die Schüler nach dem Abschluss der weiterführenden Schule zu einer Berufsausbildung, stellt der Sekundarbereich II, mit den beruflichen Vollzeitschulen sowie der Berufsausbildung im dualen System den ersten Schritt in die Berufswelt dar. 

Tertiärbereich

Wer hingegen lieber ein Studium absolvieren möchte, befindet sich im Tertiärbereich. Er führt mit den Fachhochschulen, Universitäten und anderen Hochschularten zu einem akademischen Abschluss. 


Da für die Bildungspolitik in Deutschland in erster Linie die Länder zuständig sind, können die Landesregierungen weitgehend selbstständig entscheiden, wie das Bildungssystem ausgestaltet werden soll. Dies führt hingegen dazu, dass abgesehen von der zuvor beschriebenen Grundstruktur, die in allen Bundesländern gleich ist, über die Jahre vielfältige Differenzen zwischen den Bundesländern entstanden sind.

Wie sieht das Bildungssystem unserer Nachbarn aus?


Oft wird man sich erst seiner eigenen Arbeits- und Denkweisen bewusst, wenn man mit anderen Kulturen zusammen arbeitet. Dass der Kern dieser unterschiedlichen Arbeits- und Verhaltensweisen jedoch häufig im Bildungssystem steckt, zeigt schließlich ein Vergleich des deutschen Bildungssystems mit dem der Franzosen. 

In Frankreich ist die Schule als „Schule der Republik“ mehr als eine reine Bildungsinstitution. Dies bedeutet, dass sich das französische Bildungssystem, frei nach der Devise „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ als Garantin der Werte der Republik versteht. Die wesentlichen Werte und Merkmale dieses Systems sind Chancengleichheit, ein umfassendes Vorschulangebot, die Ganztagsschule und die Abgrenzung von kirchlichen Einrichtungen.

Für die Lehrpläne und die pädagogischen Leitlinien sowie die Ausbildung, Einstellung und die Bezahlung des Lehrpersonals ist das Bildungsministerium zuständig. Um den Bau, den Betrieb und die Unterhaltung der Schulen kümmern sich hingegen die Gebietskörperschaften.  

 

Der Aufbau des französischen Bildungssystems


Bildungssystem Frankreich

Die École maternelle 

Darunter versteht man die Vorschulerziehung der Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. Hier werden die Kinder zunächst spielerisch an das Lernen herangeführt und in sozialem Verhalten geübt. Eine Schulpflicht besteht für diese Schulform jedoch nicht. 

Die École élémentaire 

Die École élémentaire ist vergleichbar mit der Grundschule in Deutschland. Diese öffentliche Schule ist eine unentgeltliche und weltanschaulich neutrale Schule. Sie wird von allen Kindern ab einem Alter von 6 Jahren besucht, da für diese eine Schulpflicht besteht. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Grundschulen beträgt die Grundschulzeit in Frankreich fünf Jahre.

Das Collège 

Nachdem die Kinder die Grundschule absolviert haben, wechseln sie automatisch zum collège. Angefangen von den Klassen sixième und cinquième, der sogenannten Beobachtungsstufe geht es über zur quatrième und troisième, der Orientierungsstufe. Mit dem Abschluss des collège erhalten die Schüler das sogenannte „brevet“, das mit der mittleren Reife in Deutschland verglichen werden kann. 

Das Lycée 

Ein Großteil der französischen Schüler setzt seine Schullaufbahn nach dem collège an einem der staatlichen lycées fort. Nach einer weiteren Schulzeit von drei Jahren, erhalten die Schüler das Abitur. 

Der allgemeine Zweig ermöglicht die Wahl zwischen einem literarischen Abitur, einem wirtschaftlichen Abitur oder einem naturwissenschaftlichen Abitur. Das technische Abitur kann hingegen über den technischen Zweig mit verschiedenen technischen und sozialen Schwerpunkten erlangt werden.

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Wie stehst Du zum deutschen Bildungssystem und sollte sich Deutschland im Ergebnis beim Thema Bildung entsprechend an Frankreich annähern?