Theorien

Kapitalismus vs. Kommunismus


Was versteht man unter Kapitalismus?


Unter Kapitalismus wird ein Wirtschaftssystem verstanden, in dem das Privateigentum und die Vermehrung des Eigenkapitals an erster Stelle stehen. Durch das Anbieten der eigenen Arbeitskraft, kann Privateigentum erworben werden. Charakteristisch ist an dieser Stelle hingegen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich selbst entscheiden können, welche Tätigkeit sie ausüben wollen. Für die Ausführung ihrer Arbeit sind sie jedoch fast immer von Anderen abhängig.  

 

Folgende weitere Eigenschaften zeichnen den Kapitalismus aus: 

  • Alle Menschen und Betriebe stehen in ständiger Konkurrenz zueinander. 
  • Das Privateigentum an den Produktionsmitteln ermöglicht die Produktion. 
  • Die Güter werden nur für einen zahlungsfähigen Bedarf produziert (Profitmaximierung). 
  • Die Unternehmensstruktur besteht überwiegend aus privatrechtlichen Betrieben. 

 

An dieser Stelle wird deutlich, dass eine ständige Jagd nach Profiten enorme zerstörerische Kräfte entwickeln kann. Dies führt häufig dazu, dass die Menschen einer Art Ellbogengesellschaft unterworfen werden. Als Folge wird ihr Alltag vorwiegend von Leistung und Konsum bestimmt. Die Werte einer demokratischen Gesellschaft, wie Solidarität, Eigeninitiative und gegenseitige Hilfe werden verdrängt. Stattdessen dominieren Egoismus und soziale Kälte. 

Was versteht man unter Kommunismus?


Die Idee des Kommunismus ist im Wesentlichen auf Karl Marx zurückzuführen, der bereits im Jahr 1867 die kapitalistischen Produktionsweisen kritisierte. Dabei werden die Arbeitnehmer nur insoweit am Reichtum beteiligt, wie die Inanspruchnahme ihrer Arbeitskraft ihre Vergütung notwendig macht. Daraus leitet sich der Kern des Kommunismus ab. Kurzum: Eine Gesellschaft kann am besten funktionieren, wenn ein hohes Maß an Gleichheit besteht. 

 

Folgende weitere Eigenschaften zeichnen den Kommunismus aus: 

  • Alle Menschen sind gleich. 
  • Kollektiveigentum: „Alles gehört Allen"; es bestehen keine individuellen Rechte an Produktionsmitteln. 
  • Ein zentraler Produktionsplan entscheidet über die zu produzierenden Güter.
  • Die Unternehmensstruktur besteht fast ausschließlich aus staatseigenen Betrieben. 

 

Auch wenn sich der Kommunismus auf den ersten Blick als ein sehr gerechtes Wirtschaftssystem zu entpuppen scheint, zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass die nach außen signalisierten demokratischen Züge, nach innen häufig totalitäre Eigenschaften besitzen. Dies zeigt nicht zuletzt die Historie der bis 1989 bestandenen Deutschen Demokratischen Republik (DDR), aus der im Endergebnis die Vielzahl der Bevölkerung geflüchtet ist oder zu flüchten versucht hat.

Wie könnte ein alternatives Wirtschaftssystem als Kompromiss aussehen?


Dass sich sowohl der Kapitalismus, als auch der Kommunismus in vielen Belangen gegen die Interessen der Menschheit richten, wurde bereits in den obigen Ausführungen deutlich. Der Kapitalismus beispielsweise, basiert auf Zwangsgesetzen, die der Markt den Menschen diktiert. An dieser Stelle wird allerdings deutlich, dass selbst eine Forderung nach höheren Löhnen nichts an den kapitalistischen Grundprinzipien der Konkurrenz und Profitmaximierung ändern. Darüber hinaus ist ein höheres Maß an Demokratie in der Politik und anderen Lebensbereichen zwar sinnvoll, aber noch nicht ausreichend.  

Folglich könnte eine notwendige Lösung die Demokratisierung der Wirtschaft sein, in der beispielsweise die ganze Bevölkerung über die Verwendung der Produktionsmittel entscheiden kann. An dieser Stelle muss eine klare Abgrenzung zum Kommunismus erfolgen, in dem zwar die Produktionsmittel als Kollektiveigentum gesehen werden, die Bevölkerung jedoch nicht über deren Verwendung bestimmen kann.

Mit einer derartigen Vergesellschaftung der Produktionsmittel könnten im Ergebnis alle Menschen bestimmen, was und wie produziert werden soll. Infolgedessen könnten sie auch selbstständig die Arbeitszeiten sinnvoll auf alle verteilen. Es bestünde kein Konkurrenzprinzip mehr. Der technische Fortschritt würde folglich nicht mehr zu Entlassungen - wie im Kapitalismus – sondern zur Entlastung führen. 

Die Bedeutung der Arbeit wäre somit auf das reduziert, was sie tatsächlich ist. Das notwendige Übel, Dinge herzustellen, die wir für ein gutes Leben benötigen, uns die Natur aber nicht bieten kann. 

re eine Demokratisierung der Wirtschaft auch für Dich eine sinnvolle Alternative?