Rente

Wie kann in Deutschland der Lebensunterhalt auch im Alter gesichert werden?


Das deutsche Rentensystem, das bis heute auf dem Generationenvertrag, einem Umlageverfahren zur Finanzierung der gesetzlichen Rente basiert, verpflichtet die jüngere Generation zur Finanzierung der laufenden Leistungen an Rentner und Behinderte durch ihre Beiträge in die deutsche Rentenversicherung.  Dieses Verfahren dient dazu, die Altersvorsorge in Deutschland langfristig zu sichern.

System zur deutschen Altersvorsorge

Basierend auf drei Säulen setzt sich das deutsche Rentensystem aus der gesetzlichen Rente, der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Zusatzversicherung zusammen. Auffällig ist, dass sich das System auf eine starke staatliche Säule zur Sicherung des Lebensstandards stützt. 

True Facts

Wer heute als junger Mensch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kann sich nicht sicher sein, ob er ohne zusätzliche Vorsorge mit Eintritt des Rentenalters eine Rente erhalten wird, die den Lebensstandard sichern kann.

Probleme der Umlagefinanzierung: 

Durch den demografischen Wandel, der durch niedrige Geburtenraten und eine zunehmende Langlebigkeit der Bevölkerung bedingt wird, müssen in Deutschland immer weniger Beitragszahler immer mehr Ruheständler versorgen. Dies stellt das Rentensystem vor große Herausforderungen. Kein Wunder, dass das deutsche Rentensystem an die Grenzen seiner Finanzierbarkeit gelangt ist. 

Daher wird es Zeit sich Gedanken über mögliche Alternativen zu machen. 

 

Wie sehen die Systeme der Altersvorsorge im europäischen Vergleich aus?


Wirft man einen Blick über die deutschen Grenzen hinaus, wird deutlich, dass sich die meisten Rentensysteme in ihren Grundzügen ähneln. Sie dienen der Sicherung des Lebensstandards und der Vermeidung von Armut im Alter. Durch einen Blick ins Detail lässt sich hingegen anzweifeln, ob die europäischen Rentensysteme tatsächlich dazu in der Lage sein werden, langfristig Lebensstandards im Alter zu sichern. 

Großbritannien:

Das britische Rentensystem basiert ebenso wie das der Deutschen auf drei Säulen:

der gesetzlichen Rente, den Betriebsrenten und der privaten Vorsorge.


Anders als in Deutschland liegt der Schwerpunkt jedoch auf den ergänzenden betrieblichen und privaten Zusatzsystemen, wodurch der Staat immer weniger Verantwortung für die Sicherung der Lebensstandards seiner Bürger übernimmt.                          

Langfristig gesehen, bedeutet dies nachteilige Effekte für diejenigen, die ein geringeres Einkommen erhalten. Nur wer über ausreichend Kapital verfügt, wird auch in der Lage sein, ergänzende private Altersvorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Alle anderen werden zunehmend auf eine staatliche Mindestsicherung angewiesen sein.  

System zur britischen Altersvorsorge

System zur niederländischen Altersvorsorge

Niederlande: 

In den Niederlanden können ebenfalls drei Säulen der Alterssicherung unterschieden werden. 


Die Grundrente als erste Säule dient zur Absicherung des Existenzminimums. Dabei ist es nicht relevant, ob der Anwärter auf Altersvorsorge jemals Beiträge gezahlt hat oder nicht. Die Höhe der Rentenzahlungen ist von der Dauer des Wohnsitzes in den Niederlanden abhängig. 

Diese Basissicherung wird durch die zweite Säule, die betriebliche Zusatzrentenversicherung ergänzt. Obwohl sie nur Arbeitnehmern zugänglich ist, gewinnt sie in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. 

Ebenso wie in Deutschland und Großbritannien besteht auch für die Menschen in der Niederlande die Möglichkeit, ihre Altersvorsorge durch eine private Zusatzversicherung aufzustocken.  

Ist eine Reform der Rentensysteme nötig, um Altersarmut zu verhindern?


Der Vergleich einiger europäischer Rentensysteme macht deutlich, dass jedes Land eigene Schwerpunkte in der Altersvorsorge setzt.  

Das deutsche System lässt sich im Hinblick auf die Vermeidung von Altersarmut in einem europäischen Vergleich dem Mittelfeld zuordnen. Es liefert mit einer starken staatlichen Säule zwar momentan keine herausragenden Ansätze für die Zukunft, aber es ist auch ein über die Jahre gewachsenes, noch stabiles System.  (Zur aktuellen Debatte einer deutschen Rentenreform findest du weitere Informationen in unserem Blog Aktuelles.)

In Großbritannien hingegen existiert nur eine relativ schmale staatliche Säule, was eine zunehmende betriebliche und private Vorsorge nötig macht. Dadurch ist bereits jetzt die gegenwärtige Rentengeneration im europäischen Vergleich dem höchsten Armutsrisiko  ausgesetzt. Darüber hinaus gestaltet sich dort der Weg aus der Altersarmut schwieriger als in anderen europäischen Ländern.  

Die Niederlande, mit ihrer starken Basissicherung, genießt hohe Anerkennung in der Bevölkerung und wird als eine Art soziales Bürgerrecht angesehen. In der gesamten Europäischen Union ist die Armutsgefährdungsquote nirgendwo so niedrig, wie dies in der Niederlande der Fall ist.  

Was muss sich Deiner Meinung nach in Deutschland verändern?

Wie könnte Deutschland bei Reformen des Rentensystems von einer Annäherung an die Niederlande profitieren?