Vergütung

Wie willst Du Deinen Lebensunterhalt verdienen?


Letztlich verfolgt jeder Mensch am Ende des Tages das gleiche Ziel – das eigene Leben nach seinen Idealen und Vorstellungen auszurichten und zu gestalten. Ethik, Glaube, Umwelt und zwischenmenschliche Aspekte benötigen keine monetären Größen, um im eigenen Leben entsprechende Berücksichtigung zu finden. In anderen Lebensbereichen, wie zum Beispiel der Zahlung der Wohnungsmiete, sind wir hingegen auf ein gewisses Einkommen, das wir für unsere geleistete Arbeit erhalten, angewiesen. Der Mindestlohn in Deutschland ist eine Form der Sicherung eines gerechten Einkommens. Nicht nur in Deutschland, sondern auch bei unseren Nachbarn, findest Du verschiedenste Formen und Möglichkeiten, zur Sicherung Deines Einkommens wieder.

Alleine der deutsche Einzelhandel beschäftigte im Jahr 2016 rund 813.000 geringfügig Beschäftigte (Lohn < 450 Euro/Monat) in Arbeit. Bei etwa 3 Millionen Beschäftigten der Branche sind dies 27,1 Prozent. In Österreich sprechen wir im selben Jahr gerade einmal von 41.500 Beschäftigten, die in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis stehen. Das sind bei 369.000 Mitarbeitern der Branche gerade einmal 11,25 Prozent. Ein erheblicher Negativaspekt im Hinblick auf die geringfügig Beschäftigten ist, dass diese keinen Beitrag in die Rentenkasse zahlen. Die staatliche Sicherung eines Einkommens ist im Alter nicht vorhanden.

 

Einkommensbedingungen


Neben dieser Thematik, ist es uns außerdem wichtig Dir einmal einen Einblick in die Einkommensbedingungen anderer Länder zu geben. Die rechte Grafik aus dem Jahr 2014 soll Dir dazu einen Überblick verschaffen. Im EU-28- Vergleich schneidet Deutschland überdurchschnittlich gut ab. Jedoch geht hervor, dass einige Länder deutlich besser sind. Unser Ziel ist es Dir zu zeigen, wie hoch bzw. niedrig die Einkommen in anderen Ländern aussehen. Ein besonders interessantes und räumlich auch sehr nahes Beispiel ist Luxemburg. In der oberen Statistik ist Luxemburg auf dem Siegerpodest mit einem durchschnittlichem Bruttoeinkommen 4.246 Euro auf Platz 2 vertreten. 

Die Grafik zeigt einen Verlgeich der Vergütungen von unterschiedlichen Ländern. Länder mit einem gesetzlich verankerten Mindestlohn schneiden dabei deutlich besser ab.

Welche Regelungen zum Mindestlohn gelten in Luxemburg und wie funktioniert das dortige Einkommenssystem generell?

Die Abbildung zeigt die Staffelung des Mindestlohns in Luxemburg.

Genau wie in Deutschland gilt in Luxemburg ein gesetzlicher Mindestlohn. Während Deutschland erst seit dem Jahr 2015 den Mindestlohn brutto mit aktuell 8,84 Euro/Stunde (Stand: Januar 2017) im Gesetz verankert hat, ist diese Regelung in Luxemburg schon lange etabliert. Während der Mindestlohn in Deutschland uneingeschränkt und verbindlich für alle Beschäftigten gilt, ist der Bruttomindestlohn in Luxemburg gestaffelt

Alle Arbeitnehmer, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und eine berufsspezifische Qualifikation besitzen, erhalten pro Stunde 14,99 Euro (monatlich. 2.398,3 €). 18-Jährigen, die ohne Qualifikation eingestellt werden, zahlt man monatlich 1.998,59 Euro. 17- bis 18-Jährige erhalten davon 80 Prozent und kommen so auf 9,99 Euro pro Stunde. Alle Arbeitnehmer zwischen 15 und 17 Jahren erhalten 9,37 Euro, sodass sie ein Monatseinkommen von 1.498,94 Euro erreichen. Die Qualifikation eines Mitarbeiters ist vom Arbeitgeber zu überprüfen. Zeugnisse oder einige Jahre Berufserfahrung sind Gründe für den Mindestlohn der qualifizierten Kräfte. Gerade einmal 12 Prozent der Beschäftigten in Luxemburg sind von dem Mindestlohn betroffen – der Rest verdient mehr. 

Genügt dieses Geld zum Leben oder sollte sich Deutschland mehr an Luxemburg als Alternative  orientieren?