Wirtschaftskreislauf

In welchem Zusammenhang stehen die Akteure? 


Grundsätzlich differenziert man Wirtschaftskreisläufe nach unterschiedlichen Modellen. Wir haben uns an dieser Stelle für den einfachen und den erweiterten Wirtschaftskreislauf entschieden. Dementsprechend wollen wir Dir diese beiden Kreisläufe etwas genauer erklären: 

 

Der einfache Wirtschaftskreislauf  

Innerhalb dieses Modells finden die Akteure Staat und Banken keine Berücksichtigung. Auf dem Markt sind lediglich Unternehmen und Privatpersonen aktiv. Es wird angenommen, dass zwei Wertkreisläufe vorhanden sind. Dabei handelt es sich um einen Geldkreislauf und einen Güterkreislauf. Die Privathaushalte brauchen ihr gesamtes Einkommen auf und investieren dieses in Güter des Marktes. Gleichzeitig bieten die Privatpersonen die Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital den Unternehmen an. Unternehmen sind primär für die Bereitstellung der am Markt angebotenen Güter zuständig. Für diese Güter zahlen die Haushalte den Unternehmen Geld. Umgekehrt erhalten diese eine Entlohnung für die angebotenen Produktionsfaktoren. Die beiden Wertkreisläufe verlaufen deshalb entgegengesetzt voneinander. Eine geschlossene Volkswirtschaft, sprich ohne Ausland, gilt als Voraussetzung dafür. Außerdem muss die Wirtschaft stagnieren. Ein Eingriff des Staates in den Markt ist des Weiteren ausgeschlossen. Schlussendlich müssen die Haushalte ihr Einkommen vollständig ausgeben, damit dieser Wirtschaftskreislauf funktionieren kann.

Die Darstellung zeigt dies Zusammenhänge von Privathaushalten und Unternehmen im einfachen Wirtschaftskreislauf.  

Der erweiterte Wirtschaftskreislauf 

Der vereinfachte Wirtschaftskreislauf entspricht nur wenig der Realität. Eine Erweiterung um die Akteure Bank und Staat ist deshalb sinnvoll. Der Staat nimmt in diesem Kreislauf viele Rollen ein. Zum einen ist er selbst Arbeitgeber. Er bezieht also den Produktionsfaktor Arbeit der Privathaushalte selbst und muss deshalb auch einen Ausgleich in Form von Lohn dafür zahlen. Gleichzeitig unterstützt er die Privatpersonen mit Sozialleistungen. Diese finanziert er größtenteils durch Steuereinnahmen der Privatpersonen und Unternehmen. Die Unternehmen liefern ihre Güter neben den privaten Haushalten auch an den Staat.

Zugleich  wird das Einkommen der Privatpersonen nicht mehr vollständig in Güter investiert, sondern teilweise gespart und angelegt. An dieser Stelle kommen die Banken ins Spiel. Auch Unternehmen investieren ihre Mittel nicht komplett in Löhne. Sie bedienen sich ebenfalls an lukrativen Geldanlagen der Banken. Unternehmen und Privathaushalte erhalten von den Banken für die Geldanlage Zinsen. Neben Geldanlagen gewähren Banken den Marktteilnehmern auch Kredite, für diese sie Zinsen zahlen müssen. 

Der erweiterte Wirtschaftskreislauf kann um das Ausland ergänzt werden. In der Literatur wird dann unter anderem von einem vollständigen Wirtschaftskreislauf gesprochen. (Beachte, dass einige Autoren den Akteur "Ausland" noch dem erweiterten Wirtschaftskreislauf zuordnen) Güter werden dann nicht mehr nur im Inland gehandelt. Es findet nun vielmehr ein Export und Import von Waren und Dienstleistungen statt.


Das untere Video erklärt Dir noch einmal die unterschiedlichen Wirtschaftskreisläufe: